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Regulatorik-Hub · EUDR & LkSG

EUDR News & Compliance: Was deutsche Importeure 2026 nachweisen müssen

Fristen, Nachweispflichten und praktische Absicherung westafrikanischer Lieferketten am Ursprung — laufend aktualisiert für den Mittelstand.

DCV AutomationAktualisiert am 30. Juli 202610 Min. Lesezeit
01

Aktueller Stand der Fristen

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, Verordnung (EU) 2023/1115) ist in Kraft. Für den deutschen Mittelstand entscheidet nicht mehr das Ob, sondern die Nachweistiefe: Behörden prüfen nicht Absichtserklärungen, sondern Primärdaten je Sendung.

  1. 30.12.2025in Kraft

    EUDR gilt für große und mittlere Unternehmen: Sorgfaltserklärung (DDS) im EU-Informationssystem TRACES verpflichtend.

  2. 30.06.2026anstehend

    Kleinst- und Kleinunternehmen fallen unter die Verordnung. Vereinfachte Erklärung, aber gleiche Nachweispflicht bei Kontrollen.

  3. Laufend 2026anstehend

    Nationale Behörden (in Deutschland die BLE) erhöhen Kontrollquoten für Hochrisiko-Herkunftsländer.

  4. 01.01.2024 →in Kraft

    LkSG gilt bereits ab 1.000 Beschäftigten — Risikoanalyse, Präventions- und Abhilfemaßnahmen entlang der Lieferkette.

  5. CSDDDanstehend

    Die EU-Lieferkettenrichtlinie wird das LkSG ablösen; Umsetzung in nationales Recht bis 2027 erwartet.

02

Betroffene Rohstoffe

Sieben Rohstoffgruppen und alle daraus hergestellten Erzeugnisse fallen unter die Verordnung — vom Rohkakao bis zur Tafel Schokolade, vom Rundholz bis zum Möbelstück.

  • Kakao
  • Kaffee
  • Palmöl
  • Kautschuk
  • Soja
  • Rinder
  • Holz
03

Was Sie je Sendung nachweisen müssen

Geolokalisierung der Parzelle

Polygon-Koordinaten jeder Erzeugerfläche über 4 ha, Punktkoordinaten darunter — direkt am Ursprung erfasst, nicht nachträglich rekonstruiert.

Entwaldungsfreiheit nach 31.12.2020

Satellitenabgleich der Parzelle gegen den Stichtag, dokumentiert mit Datum, Quelle und Prüfer.

Legalität im Erzeugerland

Landtitel, Erntegenehmigungen, Arbeits- und Steuernachweise des Erzeugers oder der Kooperative.

Lückenlose Chain of Custody

Vom Feld über Sammelstelle, Verarbeitung und Hafen bis zum EU-Eingang — jede Übergabe mit Zeitstempel und Verantwortlichem.

Menschenrechts- und Umweltrisiken (LkSG)

Risikobewertung je Lieferant, Beschwerdemechanismus und dokumentierte Abhilfemaßnahmen.

Referenznummer der DDS

Die TRACES-Referenz muss an nachgelagerte Abnehmer weitergegeben werden — ohne sie kein konformer Weiterverkauf.

04

Die vier teuersten Fehler

Nachweise erst beim Zoll sammeln

Wer Geodaten erst nach dem Löschen im Hafen anfordert, hat keinen Zugriff mehr auf den Erzeuger. Erfassung muss am Ursprung passieren.

Selbstauskunft statt Beleg

Ein unterschriebenes Formular des Exporteurs ist kein Nachweis. Behörden verlangen prüfbare Primärdaten.

WhatsApp-Fotos ohne Struktur

Feldbilder sind wertvoll — aber nur mit Zeitstempel, Koordinate, Sendungsbezug und revisionssicherer Ablage.

Nur den ersten Lieferanten kennen

Die Verordnung endet nicht beim Exporteur. Sammelstellen und Kleinbauern gehören in die Kette.

05

Absicherung am Ursprung: der praktische Weg

Die meisten Compliance-Projekte scheitern nicht an der Software, sondern an der Datenquelle. Wer erst in Hamburg oder Antwerpen mit der Dokumentation beginnt, kann Entwaldungsfreiheit nicht mehr belegen. DCV Automation setzt deshalb am afrikanischen Ursprung an.

1 · Erfassung am Ursprung

Feldagenten dokumentieren Parzelle, Erzeuger und Ware per Sprache oder Foto — offline-fähig, mit GPS und Zeitstempel.

2 · Strukturierung

Unstrukturierte Meldungen werden automatisch in prüfbare Felder überführt: Referenz-ID, Koordinate, Menge, Charge.

3 · Anomalie-Erkennung

Abweichungen bei Temperatur, Route oder Dokumentenstatus lösen sofort eine Warnung aus — nicht erst im Audit.

4 · Auditfähiges Dossier

Pro Sendung ein PDF-Dossier mit Belegen, Bildern, Kühlkette und DDS-Referenz — auf EU-Servern gespeichert.

06

Häufige Fragen zur EUDR

Ab wann gilt die EUDR für kleine Unternehmen?

Kleinst- und Kleinunternehmen fallen ab dem 30. Juni 2026 unter die EU-Entwaldungsverordnung. Große und mittlere Marktteilnehmer sind bereits seit dem 30. Dezember 2025 verpflichtet, eine Sorgfaltserklärung im EU-System TRACES abzugeben.

Welche Rohstoffe sind von der EUDR betroffen?

Kakao, Kaffee, Palmöl, Kautschuk, Soja, Rinder und Holz sowie daraus hergestellte Erzeugnisse — beispielsweise Schokolade, Leder, Möbel, Reifen oder Druckerzeugnisse.

Was ist eine Sorgfaltserklärung (DDS)?

Die Due Diligence Statement ist die im TRACES-System eingereichte Erklärung, dass eine Sendung entwaldungsfrei und im Erzeugerland legal produziert wurde. Sie enthält Geokoordinaten der Erzeugerflächen und erhält eine Referenznummer, die entlang der Lieferkette weitergegeben werden muss.

Wie hängen EUDR und LkSG zusammen?

Die EUDR adressiert Entwaldung und Legalität, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz Menschenrechts- und Umweltrisiken. Beide verlangen Risikoanalyse, Nachweise und Abhilfemaßnahmen — die Datengrundlage am Ursprung ist weitgehend dieselbe, weshalb eine gemeinsame Erfassung den Aufwand deutlich senkt.

Welche Bußgelder drohen bei Verstößen gegen die EUDR?

Die Verordnung sieht Geldbußen von mindestens 4 % des EU-Jahresumsatzes vor, dazu Einziehung der Waren und der Erlöse sowie befristeten Ausschluss von öffentlichen Vergabeverfahren und vom Marktzugang.

Wie sichert man westafrikanische Lieferketten EUDR-konform ab?

Entscheidend ist die Erfassung am Ursprung: Parzellen-Geodaten, Erzeugeridentität und Chargenzuordnung müssen vor Ort dokumentiert werden — nicht rückwirkend im Hafen. DCV Automation strukturiert Feldmeldungen aus Nigeria, Ghana und Côte d'Ivoire automatisch zu auditfähigen Sendungsdossiers auf EU-Servern.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Fassungen von Verordnung (EU) 2023/1115 und des LkSG.